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Chirurgie

Liebe Patientin, lieber Patient,

in der Klinik für Viszeral- und Gefäßchirurgie - Minimal Invasive Chirurgie haben wir uns über die Behandlung und Untersuchung der allgemeinen Krankheitsbilder hinaus auf die nachfolgenden Krankheiten und Beschwerden spezialisiert.


Struma

Hämorrhoiden

Varizen

 

Struma

Als "Struma" wird eine Vergrößerung der Schilddrüse bezeichnet, im Volksmund auch "Kropf" genannt. Häufigste Ursache einer Struma ist der in Deutschland noch immer weit verbreitete Jodmangel. Infolge der letzten Eiszeit, in der die abschmelzenden Gletscher die im Boden befindlichen Jodvorkommen ins Meer gespült haben, enthält das Trinkwasser zu wenig Jod, um damit eine ausreichende Jodversorgung von etwa 200 Mikrogramm/Tag für Erwachsene zu gewährleisten. Für eine effektive Bildung von Schilddrüsenhormonen durch die Schilddrüse ist aber ein effektives Jodangebot unabdingbar. Ist die durch Flüssigkeit oder Nahrung aufgenommene Jodmenge zu gering, reagiert die Schilddrüse kompensatorisch mit einer Vergrößerung - es entsteht ein Jodmangelkropf. Etwa 35% der Bevölkerung in Deutschland leiden an einer Struma bzw. einer Störung der Schilddrüsenfunktion - das sind 20 Millionen Einwohner. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Die Schilddrüsenvergrößerung kann mit einer gleichmäßigen Vergrößerung der Drüse (diffuse Struma) bzw. Knotenbildung (Knotenstruma) einhergehen. Neben Strumen mit einer normalen Schilddrüsenhormonproduktion gibt es solche mit einer Überproduktion (sog. Hyperthyreose) bzw. einer Unterproduktion (sog. Hypothyreose). Da die Schilddrüsenhormone eine wichtige Rolle bei einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen spielen (Herz-Kreislaufsystem, Magen-Darmtätigkeit, Nerven- und Muskeltätigkeit, Psyche, Wachstum, Sexualität und Fruchtbarkeit u.v.a.m.), sind die negativen Auswirkungen eine Schilddrüsenüber- bzw. Unterfunktion auf die davon abhängigen Körperfunktionen beträchtlich und bedürfen einer ärztlichen Behandlung. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Kröpfe liegt eine gutartige Vergrößerung vor - in ca. 6% verbirgt sich hinter den knotigen Veränderungen ein Schilddrüsenkrebs. Pro Jahr kommen in der Bundesrepublik auf 1 Million Einwohner ca. 30 neue entdeckte bösartige Schilddrüsenerkrankungen.

Die Behandlung der Schilddrüsenerkrankungen ruht auf 3 Säulen: 1. Medikamentös, 2. Radiojodtherapie, 3. Operation. Eine medikamentöse Behandlung einer Struma mit Jod oder Schilddrüsenhormon bzw. deren Kombination ist meist nur im Anfangsstadium erfolgreich. Eine Radiojodtherapie ist die Methode der Wahl bei Patienten, die sog. "heiße Knoten" bzw. eine diffuse Vergrößerung der Schilddrüse (sog. BASEDOW-Struma) mit einer Schilddrüsenüberfunktion aufweisen. Durch die Einnahme von radioaktivem Jod werden die die Überfunktion verursachenden Schilddrüsenzellen zerstört. Diese Therapie wird in Deutschland in speziell dafür ausgestatteten Kliniken (Nuklearmedizin) grundsätzlich stationär durchgeführt. Wegen der damit verbundenen radioaktiven Belastung kommt diese elegante Therapieform lediglich bei Jugendlichen, Schwangerschaft und Kinderwunsch innerhalb des nächsten halben Jahres nicht zur Anwendung. Eine Schilddrüsenoperation ist dann anzuraten, wenn durch die knotige bzw. diffuse Vergrößerung der Schilddrüse eine mechanische Beeinträchtigung im Halsbereich (Schluckstörungen, Einengung der Luftröhre) auftritt bzw. sich durch die medikamentöse Behandlung das stetige Wachstum der Schilddrüse nicht stoppen lässt. Bei Verdacht auf das Vorliegen eines Schilddrüsenkrebses ist immer die Operation erforderlich. Vor einer Schilddrüsenoperation braucht der Chirurg genaue Angaben über die Größe, Form und Funktion der Struma. Diese Untersuchungen (Ultraschall, Schilddrüsenszintigramm, Laboruntersuchungen) werden ambulant in radiologisch-nuklearmedizinischen Praxen durchgeführt. Besteht der Verdacht auf das Vorliegen einer bösartigen Erkrankung, kann durch die Punktion des verdächtigen Knotens anhand der gewonnenen Schilddrüsenzellen schon vor der Operation das Ausmaß des Eingriffs geplant werden.

Weitere Informationen im Internet zu Schilddrüsenerkrankungen finden Sie hier:

Jodmangel

Schilddrüse und mehr

Forum Schilddrüse

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Hämorrhoiden

Das Hämorrhoidalleiden ist unter der erwachsenen Bevölkerung sehr häufig und avanciert damit zu einem gesellschaftlichen Problem. Zu den auslösenden Ursachen werden Erbfaktoren, chronische Verstopfung, erhöhter Druck im Bauchraum (Schwangerschaft), und längerdauernde schwere körperliche Arbeit gerechnet. Die mit Hämorrhoiden verbundenen Beschwerden reichen von Schmerzen im Afterbereich, über chronische Entzündungen mit ständigem Juckreiz, sog. Stuhlschmieren bis hin zur chronischen oder gar akuten Blutung.

Hämorrhoiden sind krankhafte Veränderungen von normalen anatomischen Strukturen, die sich im unteren Enddarm befinden und zusammen mit den Afterschließmuskeln und der Darmschleimhaut eine sehr wichtige Rolle bei der Stuhlkontinenz spielen. Dieser beim Menschen hochentwickelte Verschlußmechanismus sichert im Normalfall eine völlige Beherrschung der Kontinenz für festen, flüssigen und gasförmigen Darminhalt.

Die sog. Hämorrhoidalpolster bestehen aus drei kissenartigen Strukturen, die reich an Gefäßen und insbesondere am Kurzschlußverbindungen zwischen Arterien und Venen sind. Sie liegen unter der Darmschleimhaut. Die Postulierung, daß es sich bei Hämorrhoiden um "Krampfadern" des Enddarms handelt, ist heute eindeutig widerlegt. Heute werden Hämorrhoiden als krankhafte Veränderungen der Hämorrhoidalpolster infolge einer Verlagerung der Enddarmschleimhaut angesehen. Bei entsprechender Disposition entwickeln sich Hämorrhoiden über einen längeren Zeitraum. Bei plötzlich auftretenden blutgefüllten und sehr schmerzhaften Knoten am Übergang von der Darmschleimhaut zur normalen Haut am After handelt es sich nicht um echte Hämorrhoiden im eigentlichen Sinne, sondern um umschriebene akute Blutungen aus kleinen Gefäßen – den sog. perianalen Hämatomen. Dieses Krankheitsbild läßt sich durch einen kleinen und meist ambulant durchführbaren Eingriff in Form einer Entlastung des aufgetretenen Blutergusses durch einen kleinen Schnitt meist komplikationslos heilen.

Bei den Hämorrhoiden im eigentlichen Sinne unterscheidet der Arzt je nach Stärke der Ausprägung verschiedene Stadien. Im Stadium I sind die Hämorrhoiden außen nicht sichtbar. Beim Pressen stülpen sich die Hämorrhoidalknoten im Stadium II aus dem After, gleiten aber dann wieder spontan zurück. Im Stadium III bleiben die Knoten nach dem Vorfall vor dem After und müssen dann "per Hand" zurückgeschoben werden, wo sie auch bis zum nächsten Pressen verbleiben. Im Stadium IV ist der Vorfall so erheblich, daß ein Zurückschieben nicht mehr möglich ist.

Die Behandlung des Hämorrhoidalleidens ist stadienorientiert. Besonders im Stadium I und II kann durch Änderung der Eßgewohnheiten und Stuhlregulierung eine Linderung der Beschwerden erreicht werden. Operativ kommen hier ambulant durchzuführende Maßnahmen zur Anwendung, wie z.B. die Verödung der Hämorrhoidalpolster durch Einspitzen einer Flüssigkeit oder das Abbinden der Knoten durch ein Gummiband. In den Stadien III und IV kommen aufwendigere Methoden zur Anwendung. Die bis vor wenigen Jahren übliche chirurgische Abtragung der Hämorrhoidalknoten, eine besonders nach der Operation über längere Zeit durchaus schmerzhafte Prozedur, ist heute zum größten Teil verlassen. Heute erfolgen Hämorrhoidenoperationen in Form der sog. STAPLER-HÄMORRHOIDOPEXIE nach LONGO. Bei dieser neuen Methode wird den eigentlichen Ursachen des Hämorrhoidalknotenvorfalls Rechnung getragen, indem durch eine Raffung der Dickdarmschleimhaut deren Vorfall beseitigt wird. Eine Entfernung der Knoten selbst erfolgt nicht – sie bilden sich langsam wieder zurück. Die Operation erfolgt in Narkose unter Verwendung eines speziell dafür entwickelten Instrumentariums (Hämorrhoiden-Circular-Stapler). Die Vorteile der Methode sind die anatomische und funktionelle Wiederherstellung des Analkanals, die kurze Krankenhausverweildauer (ca. 2 Tage) und die wesentlich geringere Komplikationsrate im Vergleich zu den bisherigen "resezierenden" Operationsmethoden.

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Varizen

Varizen, im Volksmund auch als "Krampfadern" bezeichnet, sind krankhafte Erweiterungen der oberflächlichen Venen. Von herausragender Bedeutung sind dabei die Beinvenen. Die Bezeichnung "Krampfader" ist irreführend, da sich der Name aus dem mittelhochdeutschen Begriff "Krummader" ableitet, der den geschlängelten Verlauf der befallenenen Venen bezeichnete. Varizen gehören mit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen - ca. 15% der erwachsenen Bevölkerung sind davon betroffen. Das Verhältnis Frauen:Männer beträgt 3:1. Die Ursachen für das Entstehen von Varizen sind vielschichtig. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine sich entwickelnde Venenwand- bei allgemeiner Bindegewebsschwäche, u.a. in Kombination mit Bewegungsmangel, Stehberufen, Übergewicht, Schwangerschaften, Erbfaktoren u.a.m.. Als Folge des aufrechten Ganges der Menschen ist das Venensystem der Beine einer ständigen Überbelastung ausgesetzt, die bei entsprechender Disposition zur "Materialermüdung" des Venensystems führt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Venenklappen, die das durch die Muskeltätigkeit der Beinmuskulatur in Richtung Herz gepumpte Blut vor dem Zurückfließen in abhängige Beinabschnitte hindern. Kommt es zu einer Erweiterung der Venen werden die Venenklappen unwirksam – das Blut bleibt in den Venen stehen – es entsteht das Bild der stark geschlängelten und prall gefüllten oberflächlichen Beinvene.

Die Folgen des gestörten venösen Rückflusses der unteren Extremität sind vielschichtig und abhängig vom Schweregrad des Krampfaderleidens. Anfänglich bestehende Schmerzen, Schwellungen und Spannungsgefühl in den Beinen können bei Fortschreiten der Erkrankung über wiederholte oberflächliche Venenentzündungen, Hautveränderungen (sog. "Stauungsekzem") bis hin zu schlecht zur Abheilung zu bringenden Hautgeschwüren (sog. "offenes Bein"= Ulcus cruris venosum) oder Thrombosen und Embolien aus den tiefen Beinvenen führen. Ausschlaggebend für den Schweregrad der Varicosis ist die Ausdehnung der verschlußunfähigen Venenklappen von der Leiste aus gerechnet – je mehr Venenklappen zerstört sind, um so ausgeprägter sind die krankhaften Symptome.

Den Schwerpunkt in der bildgebenden Diagnostik bildet heute die nichtinvasive Ultraschalltechnik. Die früher übliche Röntgenuntersuchung durch Einspritzen eines Kontrastmittels in das Venensystem (Phlebographie) ist nur noch in wenigen Fällen erforderlich.

Die Behandlung des Krampfaderleidens ist stadienorientiert. Im Anfangsstadium kann durch prophylaktische Maßnahmen und entsprechende Änderung der Lebensgewohnheiten eine Besserung der Beschwerden erreicht werden (z.B. Gewichtsabnahme, Tragen von Stützstrümpfen, Medikamente (sog. Venentonika). Rein lokale Maßnahmen, wie z.B. die Krampfaderverödung, versprechen nur bei gering ausgeprägter Erweiterung von sog. Seitenästen dauerhaften Erfolg. Ist es erst einmal zu einer sog. "Stammvaricosis" gekommen, d.h. die beiden oberflächlichen Hauptvenen am Ober- und Unterschenkel (Vena saphena magna und/oder Vene saphena parva) sind von der irreversiblen Erweiterung betroffen, ist in der Regel nur eine Operation sinnvoll. Das Prinzip der Operation besteht darin, daß der veränderte Venenabschnitt über kleine Schnitte in der Leiste und am Unterschenkel mittels einer in die Vene eingeführten Sonde entfernt wird (sog. "Varizenstripping"). Befallene Seitenäste werden über winzige Stichincisonen in der Haut entfernt. Die verbleibenden Narben sind kaum sichtbar. Diese Operation kann zum größten Teil heute ambulant durchgeführt werden.

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Online: http://www.alexius.de/2026.html